Die EKSN hat die wissenschaftliche Diskussion zu Alkohol und Gesundheit zusammengefasst und ist zum Schluss gekommen, dass Alkohol gesundheitsschädlich sein kann. Alkohol ist ursächlich und mitverantwortlich für über 200 Krankheiten und Gesundheitsbeeinträchtigungen. Nach dem medizinischen Erkenntnisstand ist bekannt, dass je mehr Alkoholkonsumiert wird, desto grösser das Krankheitsrisiko wird. Deswegen gilt «Weniger Alkoholkonsum ist besser!».
Blaues Kreuz begrüsst die wissenschaftliche Aufarbeitung
Das Blaue Kreuz unterstützt die wissenschaftliche Aufarbeitung und ihre Publikation. Als erste schweizerische Organisation für Alkohol- und andere Suchtfragen hatte das Blaue Kreuz bereits vor einem Jahr, am 28. Februar 2025, den aktuellen Stand der Wissenschaft umgesetzt und passend sechs Empfehlungen veröffentlicht. Vor allem die Annahme, dass ein moderater Konsum unproblematisch ist, gehört nicht mehr in Gesundheitsempfehlungen. Die Wissenschaft kann keine sichere untere Schwelle nennen, unterhalb derer der Alkoholkonsum nicht mehr gesundheitsschädlich ist.
«Die EKSN bestätigt den aktuellen Forschungsstand, der bereits unseren Empfehlungen zu Grunde lag», freut sich Marc Peterhans, Geschäftsführer des Blauen Kreuzes Schweiz. «Damit wird auch mit den bisherigen positiven Mythen um den Alkohol aufgeräumt.»
Wissenschaft im Gegenwind der Alkohol-Lobby
Die Feststellungen der EKSN dürften bei Vertretungen der Alkoholindustrie auf Kritik stossen. Im Vorfeld hat die Branche versucht, die Veröffentlichung des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands durch den Bund zu verhindern. Dieses Vorhaben hat jetzt keinen Erfolg.
Mit «Gaudium Suisse» hat sich eine Lobbyorganisation formiert. Sie fasst die zentraler Akteure der Alkoholindustrie. Für sie stehen wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, nicht jedoch die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung.
Zudem wurden im Parlament Studien und Positionspapiere ins Feld geführt, die dazu da sind, Zweifel am wissenschaftlichen Konsens zu säen. Darunter die irrelevante UNATI-Studie zu Beratungsinhalten sowie Stellungnahmen der American Heart Association und der NASEM. Diese Vorwände vermögen jedoch den aktuellen Stand der Forschung nicht grundlegend in Frage zu stellen.
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